Whisky-Liebe in Delitzsch: Ein Ort für Genießer

In der Altstadtkneipe Nummer 2 in Delitzsch, direkt gegenüber der Stadtkirche St. Peter und Paul, spürt man die Leidenschaft für das Besondere. Jens Fahr, der den Betrieb seit 1993 führt, hat eine besondere Beziehung zu Whisky, die in den frühen 80er Jahren begann, als er als Standhilfe auf der Leipziger Messe zum ersten Mal mit dem Getränk in Berührung kam. Für ihn ist ein guter Whisky das „I-Tüpfelchen“ zu einem gelungenen Abend in seiner Kneipe.

Die Kneipe ist ein Ort der Begegnung, an dem man nicht nur gut essen, sondern auch eine Vielzahl an Whiskys genießen kann. Die Whisky-Karte umfasst rund 150 verschiedene Sorten, während die darüberliegende „Whisky-Stube“ mit etwa 1800 Flaschen für Tastings aufwartet. Hier wird die Suche nach dem authentischen Geschmack lebendig. Im August hat Fahr einen besonderen Whisky des Monats ausgewählt: einen Kilroman aus dem Mezcal-Fass, der Teil einer Europa-Tour ist und nur in einer limitierten Auflage von 1800 Flaschen erhältlich ist. „Ich habe mir da halt zwei Kisten davon reserviert“, sagt Fahr stolz.

Die Altstadtkneipe Nummer 2 bietet nicht nur eine beeindruckende Auswahl an Whiskys, sondern auch viele liebevolle kleine Details. Ein Beispiel ist das Schachbrett an der Decke, das immer wieder Blicke auf sich zieht. Nach einer Analyse des Chefredakteurs von Delitzsch.news gewinnt übrigens beim darauf (oder darunter?) gezeigten Spiel die Partei, die gerade am Zug ist. Diese kleinen Besonderheiten machen den Besuch in der Kneipe zu einem Erlebnis, bei dem man immer wieder Neues entdecken kann.

Dennoch beobachtet Fahr mit Besorgnis, wie sich die Whisky-Produktion in den letzten Jahren verändert hat. „An jeder Schraube des Produktionsprozesses wird gedreht, aber nie zugunsten der Qualität, sondern immer nur zugunsten der Effizienz“, erklärt er. Die moderne Produktion zielt darauf ab, in immer kürzerer Zeit immer mehr Whisky zu erzeugen, was oft zu einem Verlust an Qualität führt. Besonders die Fermentation ist entscheidend für die Aromenbildung. Während eine lange Fermentation von über 120 Stunden komplexe, süße Noten hervorbringen kann, führen verkürzte Prozesse häufig zu weniger ausgeprägten Aromen.

Fahr betont, dass die Reifung ebenfalls leidet. Seit dem Verbot Spaniens, Sherryfässer zu exportieren, sind die echten, historisch gewachsenen Fässer kaum noch verfügbar. Stattdessen werden oft „kreierte“ Fässer verwendet, die nicht die gleiche Qualität bieten wie die traditionellen.

Trotz dieser Herausforderungen bleibt die Altstadtkneipe Nummer 2 ein Ort, an dem Whisky-Liebhaber auf ihre Kosten kommen. Jens Fahr setzt sich dafür ein, die Tradition des Whiskys zu bewahren und seinen Gästen die Möglichkeit zu geben, die Vielfalt und Tiefe dieses edlen Getränks zu entdecken. In seiner Kneipe wird Whisky nicht nur serviert, sondern zelebriert.